Die Personalnot setzte seit langem bei RSV II. wieder ein. Die gesamte Abwehr und weitere Kräfte fehlten bei der SG Kössern. Coach Weißbach musste, wie üblich, alles umstellen und konnte zudem ohne Auswechselspieler die Reise antreten. Das Durchschnittsalter wurde zudem weit nach oben korrigiert. Co-Trainer Jentzsch rückte ins Tor – Weißbach zunächst in die Offensive.

Die ersten Minuten des Spieles waren ausgeglichen. Roßwein agierte ruhig – die SG üblich mit weiten und hohen Bällen. Dennoch merkte man den Unterschied bereits nach zehn Minuten. Bis auf sporadische Angriffe durch Bischhof und Dähnhardt passierte nicht viel. Zudem geriet man in Dauerbeschuss, weil Kössern viel investierte und dadurch zu Ihren Chancen kam. Jentzsch vereitelte einige Hochkaräter, doch das Tor wollte nicht lange auf sich warten lassen. Kössern nun mit breiter Brust und dank den Unstimmigkeiten im RSV-Zentrum auch gerecht mit 3:0 in Front. Roßwein verzichtete nun in Hälfte eins auf Offensivbemühungen – Weißbach rückte zu Borchert in die Abwehrreihe, da Kössern jeden Ball postwendend für sich vereinnahmte und sich dadurch Chancen erspielte. Der Halbzeitpfiff war eine Genugtuung für den RSV, welcher Ersatzgeschwächt gegen schnelle Kössern-Kicker nichts auf die Reihe bekam.

Bei Wiederanpfiff sammelte sich Roßwein und wurde im Spielaufbau durch Scholz und Weißbach langsam stabil. Die SG immer im Vorwärtsgang – doch die Abwehr des RSV hielt dem Druck stand. Dähnhardt koordinierte die Offensive und dies sollte sich verwunderlicher Weise auszahlen. Borchert mit gutem Pass weit in die Hälfte der SG – Bischoff verwertete dieses Zuspiel, wobei Dähnhardt beherzt den 3:1 Anschluss markierte (57. Min.). Danach Roßwein wachgerüttelt und sehr kompakt. Der RSV nahm nun den Kampf an und das spürte man bei allen Mannschaftsteilen – auch wenn Muskeln verhärtet waren oder keine Luft mehr vorhanden war. Nach schönem Spielzug über Dittrich und Weinert verwandelte Kaiser (alias Peter) die Hereingabe volley zum 3:2 (60. Min.). Jetzt war Feuer im Spiel und Roßwein spielte munter mit und verteidigte mit aller Kraft. Angepeitscht von Jentzsch ging es präzise Richtung Offensive. Weißbach lenkte das Spiel – Köhler und Bischoff sorgten für viel Tempo. Nach Zuspiel von Scholz war es wieder Borchert mit dem gewünschten Pass auf Bischoff – der sich ein Herz nahm und das umjubelte 3:3 markierte. Jetzt war alles wieder offen und Roßwein hatte seine Betriebstemperatur erreicht. Kössern nun völlig von der Rolle. Die SG mit wilden Angriffsversuchen aber auch zahlreichen Chancen – doch diese wurden meistens durch die Abwehrreihe oder durch Torwart Jentzsch vereitelt. Viele der Angriffe endeten auch mit Schüssen auf das benachbarte Maisfeld oder flogen auf die angrenzende Bundesstraße. Roßwein wuchs über sich hinaus – trotz schwerer Beine. Routiniert ging Weißbach vor, indem er nun das Spiel leitete und zudem alle Mannschaftsteile zusätzlich motivierte. Nun arbeiteten alle am Wunder – was eigentlich keins mehr war. Roßwein nun als Team auf dem Platz und es folgte die befreiende und auch vom Mutzschner-Anhang gefeierte Führung durch Kapitän Dähnhardt, der sich für seine unermüdliche Arbeit mit dem 4:3 aus Sicht des RSV belohnte (83. Min.). Kössern stand Kopf – Roßwein registrierte nicht was passiert war. Die SG nun mit wütenden Angriffen – Roßwein verteidigte mit Mann und Maus. Die angesagten letzten zehn Minuten vom gut leitenden Schiedsrichter waren eine gefühlte Ewigkeit. So musste man sich gegen die stürmende SG-Offensive wehren und bekam dadurch sogar noch Chancen für mehr… Doch der erlösende Schlusspfiff war überwältigend und unglaublich zugleich.

Roßwein schaffte es bisher nie, solch einen Rückstand in einen Sieg umzulenken. Zudem war es ohne Wechsler sehr Kräfte zehrend. Zumindest merkte man es einigen Akteuren an. Nichts desto trotz ein großer Erfolg für den RSV II. da man nicht aufsteckte und als Team zurück ins Spiel kam. Volley-Peter erzielte zudem sein erstes Tor für seine Farben Blau-Weiß, was das Trainerteam zu schätzen wusste.

DANKE aber auch an den SV Einheit Mutzschen, welche als Himmelfahrtskommando den RSV lautstark unterstützte!

vs
26. Juni 2017

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